Arminia gegen 1.FC Magdeburg 2:0 – In Ordnung gerade

Arminia gegen 1.FC Magdeburg 2:0 – Rundumbeobachtungen von Jan-Hendrik Grotevent

Freitag Abend! Die Arbeit ist wieder für eine Woche getan! Jetzt können wir die Füße hochlegen! Oder ausgelassen feiern gehen! Oder – noch besser! – auf die Alm und Arminia gegen Magdeburg erleben.

Arminia gegen 1.FC Magdeburg

Dass die Entscheidung für Letzteres die Richtige ist, zeigt sich am ausverkauften Tempel. Füße hochlegen ist genauso wenig ostwestfälisch wie Ausgelassenheit. Da nehmen wir doch schwarzweißblau!

Trotzdem: Man merkt, dass wir direkt von der Arbeit zum Spiel kommen- oder direkt von der Taktikbesprechung. Die erste Spielviertelstunde verläuft unartikuliert auf Block 3, wo im ganzen Gebrabbel nur mal hier ein „Hau’n um!“ oder da ein „Der hat schon Gelb“ zu hören ist und ähnlich auf dem Platz, wo zwar alle bei der Sache sind, aber außer einem Freistoß knapp daneben und ein paar Annäherungen nichts Wildes passiert.

Erster positiver Eindruck bei den Blauen: Die umgebaute Defensive funktioniert gut. Die etatmäßige Außenverteidigung ist entweder gesperrt, verletzt oder bei St.Pauli. Auf hinten links springt Allzweckwaffe Felix Hagmann ein und harmoniert gut mit Wörli auf dem Flügel. Auf hinten rechts wird, kaum hat er sich wieder daran gewöhnt, wo die Umkleidekabinen sind, Taddel Momuluh eingesetzt. Im Zusammenspiel mit dem offensiven Isi Young ist die rechte Seite recht kreativ unterwegs: Nicht immer nachvollziehbar, aber mit viel Tempo und Spielwitz.

Hach ja, der 1.FC Magdeburg. Gegen die hat sogar eine Söldner- Arminia mal gewonnen, als es nicht anders ging. Und wurde auseinander genommen, als es drauf ankam. Auch eine normale Arminia hat Zuhause schon gegen den FCM verloren. Welchen brillanten Schluss ziehen wir daraus? Magdeburg ist ein unangenehmer Gegner.

Jedenfalls kommen Sparwassers Erben um die 20.Minute herum immer besser ins Spiel. Arminia muss zehn Minuten Knapp- vorbeizisch- Phase überstehen. Und Block 3 auch. Zisch! „Ooouh!“ „ Zisch! „Ooouh!“ Zisch! „Ooouh!“ Zi…nein, waren insgesamt nur drei.

„Jedes Spiel singen wir für Dich, oh, Arminia, Du bist alles für mich!“. Wenn unten auf dem Platz nichts mehr los ist- und mittlerweile ist nichts mehr los -, macht die Alm Stimmung. „Steht auf, wenn Ihr Arminen seid!“ und dann minutenlanger Wechselgesang. Auch der knallvolle Gästeblock macht tüchtig Alarm.

Wäre nur schön, wenn die Arminen unten auch aufstehen würden. Klar, besser, als wenn das die Magdeburger tun, aber so im letzten Viertel der ersten Halbzeit ist nun wirklich gar nichts mehr los auf der Wiese. „Kommt Jungs, weiter, weiter!“ brüllt Block 3 etwas verzweifelt. „Wir haben noch nicht einmal gegen Magdeburg gewonnen, wie soll das was werden?“. Na ja, noch haben wir 45 Minuten plus Nachspielzeit…

Halbzeit. Wenn Bretterbuden aus Brettern sind, woraus sind dann Wurstbuden?

Hälfte Zwei will sich gerade in einen gemütlichen Trott einlullen, als es zweimal hintereinander Feuerwerk gibt. Erst aus Richtung Magdeburg…

„Ey, wenn die jetzt sofort das 1:0 machen…“

…dann flankt Jonny rein CorbOOOOZ JAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA! Ey, da haben die sofort das 1:0 gemacht!

Die kurze Unterbrechung und das sofortige Tor kippt ordentlich Wasser auf die schwarzweißblaue Mühle. Arminia dreht jetzt auf. Auf dem Platz und auf den Rängen. „Weiter, Jungs!“ von Block 3 klingt jetzt auch lebendiger als noch in der ersten Halbzeit. Taddel haut die Kirsch flach rein, Isi… AAAARGH… Isi, der wichtige Tore schießt wie letzte Woche in Braunschweig oder im Pokal gegen Werder. Oder irre Tore schießt. Und heute ein gutes Match abliefert. Da darf er mal aus kurzer Distanz die Vorentscheidung verpassen.

Und Taddel Momuluh muss gesondert erwähnt werden. 482 Tage sind seine letzten Scorer- Punkte für Arminia her. Und seinen eigentlich weniger gewohnten Job hinten rechts macht er gut und im Spiel immer besser. Schneller als die Gegner, clever im Tackling, guter Spielaufbau. Daumen hoch! Wenn Block 3 verzückt „Taddel, Taddel, Taddeeeel!“ juchzt, will das was heißen.

Apropos Scorerpunkte… Können wir bitte mal festhalten, wie klasse Jonny Grodowski ist!? Erst legt er das 1:0 vor. Und jetzt macht er den Wie- damals- Zuma- gegen- Hertha- Gedächtnisantritt und JAAAAAAAAAAAAAAA! Jubel, Bierduuuschääää, FEIEEERN!

2:0. Fühlt sich gut an. Obwohl… „2:0 ist das gefährlichste Ergebnis“, will Block 3 irgendwo mal gehört haben. Vermutlich genauso, wie stets verliert, wer 1:0 führt. Arminia zieht sich zurück und lauert auf Räume, somit ist der FCM, der zudem offensiv wechselt, optisch überlegen. Tapfer nach vorne spielen die Gäste auch, aber wenn man eher mit kontrollierter Defensive unterwegs war, ist es schwierig, die Aufgabe anzugehen, einen Zwei- Tore- Rückstand zu drehen.

Das merkt auch Block 3 irgendwann. Hier die mentale Evolution von Block 3 in der Schlussphase des Spiels: Von „2:0 ist das gefährlichste Ergebnis“ über „Hamwa gewonnen, ne!?“ bis hin zu „Geht nur noch um die Höhe.“. Nicht ganz unberechtigt, denn der eingewechselte Kania macht noch einen auf Westfalenpokal- Finale: Versucht es, aber ein Tor ist ihm nicht vergönnt. So beantwortet sich die Frage der Höhe mit 2:0.

Allez-Ladiho, Arminia Bielefeld, nur Du bist das, was zählt. Und zählt Punkte. Tjoa. Die schwarzweißblaue Welt ist in Ordnung. Gerade.

Fotos zum Spiel

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