Arminia gegen Bayer Leverkusen U23 1:1 – Echt Schönwetterfußball

Arminia gegen Bayer Leverkusen U23 1:1 – Rundumbeobachtungen von Jan-Hendrik Grotevent

Letzte Woche in Kleve ging es für die Kontrahentinnen um die goldene Bio-Tomate. Diese Woche bei Arminia gegen Bayer Leverkusen U23 geht es um das nächste goldene Obst oder Gemüse. Bis wir zum Ende der Saison den ganzen Garten einmal durch haben. Nur der Westfalenpokal könnte noch mehr Gold sein als alle goldenen Vitamingranaten.

Arminia gegen Bayer Leverkusen U23

Aber grundsätzlich wollen wir einfach die Blauinnen gucken und die haben im Match gegen die Zweitvertretung der Werkselfen erstmal eine Findungsphase. Leverkusen versucht ohne wirkliche Gefahr über schnelles Passspiel in Richtung Tor-Lisa zu kommen. Arminia lässt den Ball erstmal hintenrum in den eigenen Reihen laufen.

Arminia gegen Bayer Leverkusen U23

Solche Findungsphasen sind immer etwas spannungsarm. So dauert es etwas, bis der erste nennenswerte Kopfball auf das Leverkusener Tor fliegt. Und der ist kein Problem für die Torfrau, die sich in mehr Neonfarbe gekleidet hat als ein britisches Schnürsenkelgeschäft und während des Spiels beweist, dass auch knappe Ansagen an die Mitspielerinnen unklar sein können („Ja!“, „Gut!“, „Okay!“, „Ja!“).

Arminia gegen Bayer Leverkusen U23

„Schönwetterfußball“ hat ja einen gewissen Doppelsinn. Und vor diesem Hintergrund ist das Match so schön wie das Wetter. Wirklich schön (ohne Doppelsinn) ist der aus dem (auch ohne Doppelsinn) heiteren Himmel fallende Führungstreffer für Bayer. Ein Heber aus 20 Metern, der sich unter die Querlatte senkt. Keine Chance für Tor-Lisa.

Arminia gegen Bayer Leverkusen U23

Das Gegentor ist ein kleiner Weckruf für die Blauinnen. Die Mädels schalten in den Kampf-und-Rennen-Modus…außer einem Freistoß von halblinks, der knapp am Gestänge vorbei saust, kommt aber nicht viel bei rum. Bald schaltet das spiel wieder auf Schönwetter um. „Arminia sollte eine Minigolf-Abteilung gründen“, meint der Spielfeldrand der Postheide, „da isses dann spannender.“. Da der DSC sich aber weigert, sein Portfolio während der Schlussphase der ersten Halbzeit auf Minigolf zu erweitern, schauen wir mal, was es noch so Spannendes gibt…oh guckma, Flugzeug!

„Schönwetterfußball“ hat ja einen gewissen Doppelsinn. Und ist ein Euphemismus. „Schönwetter“ übertüncht hier die Tatsache, dass der Lieblingssport selbst bei den Blauinnen zur ziemlich zähen Angelegenheit werden kann. Wir hatten ein schönes Gegentor, wir hatten den heiteren Himmel, wir hatten das Flugzeug. Wir hatten sogar ein unglückliches Gegentor. Kommt noch was Spannendes oder Lustiges oder sogar Sportliches, was man rundumbeobachten kann? Nö. Zumindest bis zur Pause nicht.

Halbzeit. Man sollte positiv erwähnen, dass heute tatsächlich der erste wirklich schöne Frühlingstag in 2023 ist. Alles wächst, alles grünt. Und man lernt: Fotos mit Gestrüpp und Postheide im Hintergrund wirken im Winter vermutlich besser. Weil: Man könnte die Postheide sehen. Aber egal, Frühling! Schönes Wetter! Und bestimmt eine zweite Halbzeit ohne Schönwetterfußball-Doppelsinn. Oder Schönwetterfußball-Euphemismus.

Ääähm…nee. Wie in Hälfte Eins ist …ääähm…das Wetter schön. Wenigstens ist der Himmel so heiter, dass vielleicht doch Tore aus ihm fallen.

Und die Blauinnen bekommen tatsächlich die Chance. Eigentlich die einzige, die noch bleibt, wenn es spielerisch nicht klappt, Freistöße am Pfosten vorbei sausen, der Gegner nicht daran denkt, Eigentore zu erzielen und am Spielfeldrand über Minigolf philosophiert wird. Elfmeter für die Blauinnen und…. „Ja!“, „Gut!“, „Okay!“, der Schnürsenkelladen hält den Strafstoß.

Tja…dat sieht nich nach Toren für Arminia aus heute. Auch nicht nach weiteren Leverkusen-Toren. Bleiben wir im Wortspiel: Das Wetter ist immer noch schön. Ein weiterer Indikator für das schöne Wetter: Jupi, die ja sonst eine katzenhafte Spielweise hat („Was sich bewegt, kann man jagen und kratzen“), wird ausgewechselt, ohne verwarnt worden zu sein.

Was bleibt, wenn es spielerisch nicht klappt, die paar Standrads verpuffen, Leverkusen immer noch keine Tore schießt (am liebsten Eigentore), der Elfer nicht sitzt, der Spielfeldrand Kaffee trinkt und keine Flugzeuge mehr auftauchen? Richtig, noch’n Elfer. Den gibt es kurz vor Ablauf der aus irgendwelchen Gründen verordneten Nachspielzeit. Jana Radosavljevic verwandelt ihn. Ihre Ballberührung ist die letzte des Spiels.

So endet das Fußballspiel bei schönem Wetter zwischen den Blauinnen und den U23-Werkselfen mit 1:1. Ein Sonntagsschuss und ein Strafstoß. Ein Spiel das ein 0:0 verdient gehabt hätte. Gemessen an den heraus gespielten Chancen auf beiden Seiten eigentlich ein (-1):(-1). Aber was solls. Solche Spiele gibt es auch. In Siegen geht es weiter!

Applaus gibt es für Sonne über Arminia. Zwar ohne Doppelsinn, aber immer ostwestfälisches Wetter muss ja auch nicht sein.

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Für zeitloses Lesevergnügen ist die „Fußballfibel DSC Arminia Bielefeld“ empfohlen. Da stehen viele Lagerfeuergeschichten drin, auch über die Blauinnen. Die Fibel gibt es bei Thalia. Oder bei amazon. Oder im Fanladen. „90 Minuten Arminia“ habt Ihr schon…?

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