Arminia gegen EffZeh U23 3:5 – 12 Shades of flüssig

Arminia gegen EffZeh U23 3:5 – Rundumbeobachtungen von Jan-Hendrik Grotevent

Auf dem Plan ist Arminia gegen die U23 des 1.FC Köln. Und da gibt es so viel zu erzählen. Was hatten wir nicht alles schon auf der Postheide- Rettungswagen, Wertmarken, Choreos, Hunde, Weihnachtssingen, Rettungshubschrauber (okay, den nur auf dem Feld daneben) undundund… heute kommen der erste Spielabbruch und – ja, wirklich – Waffeln dazu! Ach ja, und acht Tore. Anyway, es lohnt sich, dranzubleiben!

Arminia gegen EffZeh U23

Das Spiel beginnt, wie eigentlich alle Spiele beginnen. Beide Teams gehen gleich zur Sache und der Spielfeldrand hat bereits nach zwei Minuten etwas am Angriffsspiel der Blauinnen auszusetzen. Wir Arminen sind ja schnell und zielsicher in unserer Beurteilung.

Arminia gegen EffZeh U23

Na ja, eigentlich sind wir nur schnell. Denn das Offensivspiel der Blauinnen läuft eigentlich ganz flüssig. Arminia hat eine gewisse Feldüberlegenheit und die ersten Torschüsse. Aber auch die Nachwuchs- Mädels des 1.FC Köln bieten gefällige Spielzüge an. Zweimal muss unsere Tor- Lisa gefährliche Hereingaben der Jung- Geißen wegfischen. Lisas Gegenüber liefert eine schöne Flugeinlage, als sie einen Distanzschuss von Sophia Thiemann angelt.

Arminia gegen EffZeh U23

Tor- Lisa kann bekanntlich was in ihrer Kiste. Wahrscheinlich ist sie sogar der Alptraum des schwarzweißblauen Herrenteams, denn sie kann vor allem…

Und das macht sie nach 24 Spielminuten gleich nochmal, nachdem ein Schubser in Arminias Strafraum als elfmeterwürdig angesehen wurde (war gegenüber übrigens gleich ein paar Mal nicht würdig genug). Und dann geht es schnell, also: Tor- Lisa hält, der Ball wird schnell nach vorne gespielt, die Kölner Abwehr spielt zu kurz, Emmi Klingen fängt den Ball ab und hebt ihn elegant ins Netz.

1:0 für die Blauinnen. Rollt es jetzt flüssig wie vor zwei Wochen gegen Aachen? Nee, eher nich‘. Zwar geben die Blauinnen ordentlich Kitt, stehen dabei aber optimistisch hoch. Und so kommt es, dass die Führung acht Minuten später wieder für die Katz ist. Arminia spielt einen Fehlpass mitten in drei durchbrechende Kölnerinnen, die kommen auch zu dritt vor Tor- Lisa an… denkt Euch den Rest.

Vor dem Spiel flossen Tränen – Anna Lena Maier, Samantha Hermann, Samantha Kühne und Jupijuppjupp verlassen die Blauinnen… umso schöner ist es, dass Publikumsliebling Jupi gerade in den letzten Spielen ihre Freude am Toreschießen entdeckt hat und sie in ihrem letzten Heimspiel für die Blauinnen auch wieder auslebt. Den Ball im Strafraum annehmen, eine Gegnerin stehen lassen und cool einschieben… Jupizierung mit Sternchen, ohne Sach- und Personenschäden. Flüssig!

„Flüssig“ ist im Titel dieser Rundumbeobachtungen und wurde bereits das eine oder andere Mal elegant eingestreut. Nun wird es konkret, da vom Altkreis kommend ein Cumulonimbus aufmarschiert.

Und der meint es ernst. Ein Gewitter, gefolgt von Regenschauern warendorfschen Ausmaßes geht auf die Postheide und ihre unbedachte Stehtraverse nieder. Einziger Schutz ist Schönis Stadionsprecherzelt, so dass es dort unfreiwillig kuschelig wird. So fließt das Spiel in die Pause. 2:1- Führung.

Halbzeit. Der Rundumbeobachter wagt den Ausbruch aus dem Gedränge neben, hinter, über und unter Schöni in Richtung Cafeteria. Und was findet Euer völlig durchnässter Lieblingsblogger dort vor? W-A-F-F-E-L-N! Der oft geäußerte Wunsch ist wahr geworden! Und mit dem Kauf von Waffeln tut man auch gleich was Gutes für die Mannschaftskasse.

Da nehme ich doch gleich zwei!

Und vor der Cafeteria? Da gallert es, da meimelt es, da geht aber auch das Spiel weiter. Also raus ins Nasse, machste ja nichts dran. Es gibt ja jede Menge fußballbezogenes Seemanngarn zu flüssigem Wetter, damit verbundenem flüssigen Untergrund und dem Einfluss beider auf die Flüssigkeit des Spiels. Nun erweist es sich als wahr. Ein Kölner Rückpass, der Ball hoppelt, die Torfrau verschätzt sich, Emmy Klingen schiebt ein. Ob sie das mit einem charmanten „Hupp!“ garniert wie nach dem Spiel beim Fußball- Tennis, ist durch den Regen nicht zu hören.

Und dann ist Land unter. Zumindest für den SchiRi, der die Partie beim Stande von 3:1 unterbricht. Abbruch durch Wolkenbruch. Quasi ein Wolkenabbruch. Ein Wolkenbruch-Spielabbruch. Ein Wolkenspielabbruchbruch. Macht Euch eigene Wortspiele zu den Was- auch- immer- Brüchen, Ihr müsst Euch eine Viertelstunde beschäftigen, bis das Spiel weitergeht.

Das geht weiter mit einem Debüt: Sophia Pauli aus der U17 geht zum ersten Mal für die erste Mannschaft auf den Platz. Willkommen und viel Glück! Sie haut sich ordentlich rein, allerdings übernehmen die Kölnerinnen nach der Unterbrechung das Kommando. Es ist ein recht flüssiges Spiel trotz des flüssigen Wetters bei den Gästen vom Rhein, während bei den Blauinnen die Konzentration doch etwas weggespült ist.

„Die Nummer 7 von Köln ist echt mal stark“, stellte der Spielfeldrand schon in der ersten Halbzeit fest. Nun wird er, unter seinen Regenschirmen, feststellen, wie stark. Julia Schiffarth heißt die Dame mit der Nummer 7, die Arminia von nun an fast im Alleingang wegfiedeln wird. Sie ist eine Woche vor dem Rundumbeobachter geboren. Und 32 Jahre nach ihm. Ihr erster Streich ist ein Sonntagsschuss von halbrechts, der Tor- Lisa keine Chance lässt.

Nach dem Anschlusstreffer werden die Blauinnen wieder aktiver- auch sie bringen mehr Flüssigkeit nach vorne trotz der Flüssigkeit von oben. Sie hauen sich auch rein, mehr als ein paar Ecken springt dabei aber nicht raus.

Die Kölnerinnen kriegen dann auch eine Ecke. Der Ball kommt rein, wird verlängert, der lange Pfosten ist ungedeckt, LS7 auch… Ausgleich. Nun ist der Nachmittag auf dem besten Weg, ein gebrauchter Nachmittag zu werden. So wie der des Hinspiels, als außer den Frikadellen kaum etwas stimmte.

Nur zwei Zeigerumdrehungen später stehen die Blauinnen hoch, verlieren noch höher den Ball, Tor- Lisa ist weit vor dem Strafraum, das Tor ist leer… denkt Euch den Rest. Rückstand. Nun ist das letzte Heimspiel auf dem besten Weg, ein gebrauchtes letztes Heimspiel zu werden. So wie der vor zwei Jahren, als die Blauinnen ein 3:0 herschenkten. Heute ist es immerhin nur ein 3:1. Juchutrara. 3:4 steht es trotzdem.

Am Ende 3:5, als die Blauinnen nochmal ausgekontert werden und LS7 ihren Hattrick schnürt. Freude bei den Kölnerinnen. Und die Blauinnen sagen:

Immer gerne. Zwei Spiele gibt es noch: Das letzte Saisonspiel in Rhade und natürlich das Westfalenpokal- Finale in Mecklenbeck. Sollte flüssiger laufen. Wird auch.

Mehr Fotos

Für zeitloses Lesevergnügen ist die „Fußballfibel DSC Arminia Bielefeld“ empfohlen. Da stehen viele Lagerfeuergeschichten drin, auch über die Blauinnen. Die Fibel gibt es bei Thalia. Oder bei amazon. Oder im Fanladen. „90 Minuten Arminia“ habt Ihr schon…?

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