Arminia gegen Fortuna Köln 1:2 – Der Fortuna-Fluch

Arminia gegen Fortuna Köln 1:2 – Rundumbeobachtungen von Jan-Hendrik Grotevent

Fußballfans im Allgemeinen und wir Arminen im Besonderen sind abergläubisch. Jajaja, jetzt seid mal nicht eingeschnappt. Es ist so und das wisst Ihr. Haben wir nicht an einen Postheide- Fluch geglaubt, als es von August 2019 bis Dezember 2019 dauerte, bis endlich ein Sieg in Windflöte eingefahren wurde?

Arminia gegen Fortuna

Bei Licht betrachtet sind solche Flüche komplett irrational und nicht mehr als ungünstige Statistiken. Und gerade der Postheide- Fluch hat sich aufs Beste in einen Postheide- Segen verwandelt. Die Bilanz gegen Fortuna Köln geht aber doch leicht in Richtung Fluch. Der letzte Sieg gegen Jean Lörings Lieblingskind ist zweieinhalb Jahre her, zwischendurch gab es einen Ausgleich zum Punktverlust in der Nachspielzeit, einen verlorenen Faden, gefangene Wirkungstreffer, oder einfach gar nicht auf dem Platz gewesen.

Das beste an solchen Flüchen ist – siehe Postheide- Fluch-, dass die Blauinnen ihn selbst abstellen können. Zumal Fortuna Köln, die sich in den letzten Spielzeiten zu einem echten Spitzenteam der Regionalliga gemausert hatte, in dieser Saison nach vielen Abgängen und einem Trainerwechsel deutlich tiefer in der Tabelle angesiedelt ist als bei den eben verlinkten Partien.

Allerdings haben Flüche eben diese fiese irrational- abergläubische Komponente. So gehören die ersten drei Minuten des Spiels und auch die erste fette Torchance den Blauinnen. Fortuna Köln greift in der vierten Minute zum ersten Mal an. Und geht in Führung. Verflucht…

Ergeben sich die Blauinnen jetzt in ihr Schicksal? Unterwerfen Sie sich dem Fluch? Na, aber mal sowas von überhaupt nicht! Sie kämpfen sich in die Partie. Inci Fenu, Zoffes Thiemann und Anna Schakkalakka rennen mit und ohne Ball wie verrückt, Jocy Hampel und Harry Leuchtmann bieten sich immer wieder an.

Ballstafette um Ballstafette wird rund um die Kölner Fünf bis Sechzehnmeter- Räume gespielt. Dann kommt ein schöner Steckpass zu Jocy Hampel, die ins lange Eck vollstreckt. Ausgleich! Aber mal sowas von verdient! Oder wie der Spielfeldrand ostwestfälisch feststellt: „Das 1:1 geht in Ordnung“.

Der Flucht scheint gebannt, der Bann scheint gebrochen, der Bruch scheint… äääh… jedenfalls scheint der ausgeglichene Spielstand erstmal beiden beteiligten Mannschaften zu genügen. Die Tempokurve der Blauinnen geht soweit nach unten, dass jene das Kölner Tor nicht erwähnenswert ernsthaft gefährden. Die Kölner Tempokurve geht nicht weit genug herauf, um Tor- Lisas Tor zu entfernen.Dass Spiel quasi eine neue Findungsphase, nur mit 1:1 statt 0:0. Eine Findungsphase, die zum Pausenpfiff noch nicht vorbei ist.

Halbzeit. Glühwein. Glühwein und Kinderpunsch auf der Postheide. Isses denn schon soweit? Ach nee, gibt ja immer noch keine Waffeln…

Die zweite Halbzeit beginnt vogelwild. Alle Kickerinnen rennen und treten nach allem, was nach Ball aussieht, der flippert sich von einem Einwurf zur nächsten Ecke zum nächsten Abstoß. Und als wäre der Fluch erneuert worden, sitzt auch in der zweiten Hälfte der erste strukturierte Angriff von Fortuna Köln. Die Gäste brechen bei einem Konter durch, den ersten Abschluss kann Tor-Lisa noch abwehren, aber der Abstauber sitzt. 1:2…

Fluch? Fortuna- Köln- Fluch? Ins offene Messer gerannt wie schonmal? Auf jeden Fall brauchen sie ein bisschen, um sich nach dem Rückstand wieder einzuspielen. Und das auch nicht so fordernd wie nach dem 0:1. Es dauert, bis der Spielfeldrand das nächste Mal japsen muss: Ein Distanzschuss landet an der Latte des Kölner Tores. AAAARGH, verflucht…

Wenn schon Fluch das Leitmotiv dieser Rundumbeobachtungen ist – irgendwas hat auch die SchiRi gebissen. Die Spielerinnen testen gegenseitig die Reißfestigkeit der jeweiligen Trikots und die Trittfestigkeit der gegnerischen Schienbeine.

Und die Dame in Gelb pfeift mal so, mal so… ohne erkennbare Linie. Das geht soweit, dass Tor- Lisa wegen Meckerns die gelbe Karte kriegt- und Tor- Lisa und nun wirklich nicht für Hitzigkeit bekannt. Einziges lustiges Highlight der Spielleiterin: „Mit dem Freistoß bitte ein paar Meter zurück. O auf Höhe der Dame im blauen Mantel.“ Wir am Spielfeldrand hätten die Dame im blauen Mantel mal besser auf Höhe des Elfmeterpunktes platzieren sollen. Wieso fällt einem sowas immer erst nachher ein, verflucht…

Ergeben sich die Blauinnen in ihr Schicksal? Unterwerfen Sie sich dem Fluch? Nee, nicht wirklich. Die Mädels rennen und kämpfen, aber je länger das Spiel läuft, desto mehr geht die Struktur verloren. Kopfball an die Latte, AAAAARGH!

Blauinnens kämpfen. Daran liegt es wie so oft nicht. Bemühen ist vorhanden. Ja, das ist durchaus doppelsinnig zu verstehen. Denn viel Gefährliches kommt nicht dabei herum. Tor- Lisa verhindert bei einem Kölner Angriff noch den K.O. Die Zeit rennt. Aber bei Arminia läuft immer weniger zusammen. Auch in den fünf Minuten Nachspielzeit sieht es nicht nach dem Ausgleich aus…

…und der fällt dann auch nicht mehr. Wieder einmal keine Punkte gegen Fortuna Köln.

Wir abergläubischen Arminen vom Spielfeldrand können den Fortuna- Fluch als Erklärung nutzen, wenn wir keine klaren Ursachen benennen können, warum es ausgerechnet gegen Fortuna Köln nahezu regelmäßig mies läuft. Tun die Blauinnen selbst übrigens auch. „Manchmal läuft es einfach nicht“, sagt eine geknickte Zoffes Thiemann nach dem Spiel, „Aber das nächste Spiel kommt bestimmt.“

Flüche sind nicht von Dauer und die Blauinnen können sie selbst abstellen. Traurig ist aber, dass auch der jüngste Postheide- Segen vorbei ist. Die heutige Niederlage ist die erste in Windflöte nach dem Westfalenpokal- Halbfinale gegen den BVB und die erste Liga- Niederlage seit Mai 2024. Aber die nächste Serie kommt genauso wie das nächste Spiel. Bestimmt!

Mehr Fotos

Für zeitloses Lesevergnügen ist die „Fußballfibel DSC Arminia Bielefeld“ empfohlen. Da stehen viele Lagerfeuergeschichten drin, auch über die Blauinnen. Die Fibel gibt es bei Thalia. Oder bei amazon. Oder im Fanladen. „90 Minuten Arminia“ habt Ihr schon…?

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