SO sieht das nämlich aus- Arminia gegen Jahn Regensburg 6:0

Arminia gegen Jahn Regensburg 6:0 – Rundumbeobachtungen von Jan-Hendrik Grotevent

Arminia gegen Jahn Regensburg. Da isses, das Spiel Nummer Eins (erstmal) nach Voglsammer. Von den Fragezeichen, die der Ausfall unseres Eisenbiegers hervorgerufen hat, ist auf Block 3 aber nix zu spüren. „Anstoß, wir müssen raus“. Das klingt nach Standard.

Arminia gegen Jahn Regensburg

Ja, wir sind recht siegessicher. Als die Gegner den ersten Torschuss abgeben, meint Block 3 mit kehligem Timbre: „Wörd nöööööööx“. Oder von oben herab: „Nicht in der Lage, ein sieben mal zwei Meter großes Tor zu treffen.“. So wie Clauss, der die erste dicke Arminia-Chance hat. Erwartungsgemäß spielt Soukou auf links für den kaputten Vogi-Fuß. Dann taucht er nach einem Hartel-Pass zentral auf, lässt zwei Gegner stehen und YEEEES, die Süd duscht in Bier.

JAWOLLJAWOLLJAWOLL! Eine frühe Führung ist genau das, was Arminia gebraucht hat. Dass Soukou der Torschütze ist, ist fast noch besser. Er rennt und zweikämpft wie nach einem Spinnenstich. Nach der Führung wird das Spiel lebendig und die Stimmung lauter. Alle stehen auf, wenn sie Arminen sind. Wie verläuft das Spiel, Block 3? „Tiefenentspannt.“. Danke. Bitte. Zeit für Scherze aus dem Staubregal. „6:0? Ach sooooo, das Eckballverhältnis, höhöhöhöhö.“. Hahahaha, 6:0…wir sind schon ein paar Scherzkekse auf Block 3. Im Eckballverhältnis verkürzt der Gast kurz darauf auf 1:6, der Name des Ausführenden sorgt für Verwirrung. „Wie heißt der??! Chruschtschow?“

Ich sage „Gegner“ und „Gast“. Das soll keinesfalls respektlos gegenüber Jahn Regensburg sein, immerhin gibt es da lustige Lieder über Fahrradfahren zum Stadion. Aber dass der SSV auf dem Platz ist, sieht man beim 2:6 nach Ecken das letzte Mal. Offenbar haben unsere Blauen den Regensburgern schon im Kabinengang mitgeteilt: „Leute, das ist UNSER Rasen. Haut ab.“ Die Kicker aus Westfalen wollen Gas geben. Man sieht es an der Körperhaltung, an der Entschlossenheit, am gegenseitigen Anfeuern.

Wo wir gerade beim Thema „Feuern“ sind…Das macht Edu, der wie Soukou neu in der Startelf ist und sich genauso die Lunge aus der Fresse rennt. „Schööööönes Ding“, hören wir von Sebi Wiese, als wir uns nach dem Torjubel wieder sortiert haben. Stimmt. Wenn man die Zusammenfassung sieht, ist das 2:0 noch schöner, als es erstmal auf der Alm wirkte. Während sich die Ordner auf Block 3 gegenseitig den Terminus „Nachspielzeit“ erklären, ist diese auch schon um.

Halbzeit. Der Rundumbeobachter lernt endlich, wozu die Plexiglasscheibe links neben dem Zauntor auf Block 3 da ist. Damit die Fans nicht durch den Zaun packen und das Tor entriegeln können. Aaaaaah, danke! Nur drängt es jetzt den Rundumbeobachter (mit Recht stolz auf seine zwei Meter Armspannweite) nun, das Gegenteil zu beweisen. Leider dauert die Pause nur 15 Minuten. Ich wäre am bestimmt sonst am Glas vorbei gehangelt. Locker.

Die zweite Hälfte beginnt mit einer Behandlungspause für Fabi. Applaus, als unsere Charline Hartmann zur Seitenlinie wankt. Noch mehr Applaus, als er später aufs Feld zurückkehrt. Ja, seit letzter Woche haben wir eine andere Sicht auf Verletzungen.

„Allez, Alleeeeez, Deutscher Sportclub Alleeez!“ schallt es durchs Rund (Eckig). Hartel bringt einen Freistoß von rechts rein, der Gästekeeper boxt die Murmel durch die Gegend, Prietl staubt ab. Deckel endgültig drauf! JAAAA! Was gönnen wir es dem Prietl, dem gönnen wir alles Gute, Tore erst recht! Anders als als bei Klos, dem gönnen wir es, wenn er keine Tore schießt. Beziehungsweise: Wir gönnen es uns, wenn Klos keine Tore schießt. Beziehungsweise…ja, ist kompliziert. Und zu Spitzenreiterzeiten sowieso vorbei. „SO sieht das nämlich aus“, sagt ein zufriedener Block 3.

„Wir haben einen neuen Spielstand! Arminia?“ „ZWEI!“, brüllt es hinten links mit unglaublicher Überzeugung. Na? Auch beim wertmarkenfreien Kekse-Essen versackt und das Ergebnis nicht mehr auf der Platte wie der Rundumbeobachter gestern beim Testspiel der Blauinnen? „Allez, Alleeeeez, Deutscher Sportclub Alleeez!“ schallt es durchs Eckig. Gute Laune. Euphorie. Eine Arminia, die abgeht wie ein brennendes Wiesel. Sebi Wiese so: „Fabiaaan“…Block 3 so: „Kl….ach so, ja…Kunze“. Fabian Kl lacht sogar, als Clauss ihn aus aussichtsreicher Position anschießt. Siehste so auch nicht oft.

Ist knappe anderthalb Jahre her, aber erinnert Ihr Euch noch an das letzte Heimspiel gegen diese Gäste? Als der eine den Ball zurück auf den Keeper geköpft hat und da war kein Keeper? Wie wir da gelacht haben? Jedenfalls erinnern sich die Gäste daran und rufen sich als „Jahn Regensburg, die mit den brotigen Eigentoren auf der Alm“ ins Gedächtnis. Diesmal nehmen sie den Fuß, aber da ist kein Keeper. Wir sind mit Jubeln und lachen noch gar nicht fertig, da macht Yabo das 5:0. Und wieder brauchste die Flossen nicht runter nehmen. Brunner. 6:0.

Sechs. Zu. Null. Aber es ist nicht nur das, was man sich heute auf der Zunge zergehen lassen kann. Der Ausfall von Vogi wird nicht nur kompensiert, nein, Arminia zieht innerhalb von einer Woche ganz neue Abläufe auf und zieht sie beeindruckend durch. Da treffen genau die Leute, die Für Vogi treffen müssen. Soukou, Edu, Prietl, Yabo, Brunner. Fünf verschiedene Torschützen. Da sagt die Körpersprache zum einen: „So. Nun erst recht.“ und zum andern „WIR sind der Tabellenführer.“ Und was wir trotz des noch jungen Jahres erwähnen sollten: Noch kein Gegentor in 2020.

Das ist genau der Maulstopfer an all die Unkenrufer nach Vogis Verletzung. Das ist die herausgestreckte Zunge an die schreibenden Kollegen, die schon den Absturz voraussagten. Das ist das Zeichen in Richtung Elbe und Neckar: „Der DSC ist immer noch da!“. Weitermachen!

VAR (Visuell aufmerksamer Rundumbeobachter):

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