Arminia gegen Preußen Münster 1:2 – Wie man ein Derby verkackt

Arminia gegen Preußen Münster 1:2 – Rundumbeobachtungen von Jan-Hendrik Grotevent

Arminia gegen Preußen Münster

12 Minuten rum. Kommen wir nun zur Frage: Wie verkackt man ein Derby?

Indem man gut anfängt…

Okay, wir haben die erste Viertelstunde rum und Arminia ist früh in Führung gegangen. Und die Blauen spielen weiter zügig nach vorne. Preußen ist alles andere als sattelfest hinten. Sieht ganz knusper aus. Block 3 ist zuversichtlich (für Block 3- Verhältnisse… „Ey, dat sieht doch nach wat aus, wenn die dat nich verkacken“….tamtada…)

…irgendwie trotzdem nicht in die Gänge kommt,…

Leider versäumt es der DSC, eine zweite Kiste nachzulegen. Und iiiirgendwie hat das zwar Tempo, was Arminia da unten spielt, aber wirklich zwingend ist es nicht. Auch die Stimmung tut sich ein bisschen schwer. Nach den stillen 12 Minuten nehmen wir uns auf der Süd in den Arm, lassen als erstes ein donnerndes „Ostwestfalen! Ostwestfalen!“ hören (zuversichtlich sind wir ja für Block 3- Verhältnisse), tun uns aber schwer, den Faden wieder aufzunehmen. Jetzt gegen Ende des Jahres 2025 hat es ein bisschen was vom Jahresende 2023.

…obwohl der Gegner kaum was anbietet…

Wahrscheinlich wird Kiepenkerl den Sieg über Leineweber zur riesigen Heldentat verklären. So schalkemäßig. Aber keiner kann mir erzählen, dass das, was Münster in der ersten halben Stunde anbietet, taktisch gewollt war.

...man selber den Ausgleich vorlegt…

So schalkemäßig. „So scheiße.“, sagt Block 3.

…dann so allmählich den Faden verliert,…

„Nur schön reicht nicht“, schimpft Block 3, als Arminia zwar weiter regelmäßig die gegnerische Hälfte, aber immer unregelmäßiger das Preußentor aufsucht. Das 1:1 hat dem Strickmuster der Blauen sichtlich eine Laufmasche verpasst. Es wird zur Masche, falsch zu laufen. Stimmung lief auch schon mal besser. „Macht mal mehr Dampf! Linksaußen, Rechtsaußen, ALLEEEEE!“. Die Ansage hätte in der Situation auch gut von Kniat in Richtung Mannschaft kommen können.

…der Gegner auch noch dreckig spielt…

„Die wollen nur einen Punkt, mehr machen die nicht.“, analysiert Block 3. Aber man erkennt nun eine gewisse Taktik bei denen. Wahlweise nehmen sie Benny Boakye, später dann bevorzugt Jonny Grodowski – den sie „den Stierjubler“ nennen – ins Visier, manchmal auch alles, was nach Arminia aussieht.

…der SchiRi nicht konsequent genug ist…

Grundsätzlich hatte der Grünschnabel an der Pfeife die Sache im Griff. Aber irgendwann hatte er (gefühlt) den gesamten Preußenkader einschließlich Busfahrer und Getränkekiste verwarnt. Als es dann irgendwann in die Nähe von Platzverweisen kam, kriegte der Unparteiische kalte Füße. Aber daran lag es heute nicht.

…das Spiel kaum Derbyfeuer hat…

Nach etwa 60 Minuten gibt es etwa 912 Abstöße für Preußens, was diese feiern wie das Kreuzviertelfest (etwas langsam, aber intensiv und leidenschaftlich). Später gibt es dann – mit den Abstößen symbiotisch – 3225 Ecken für Arminia, die so zum feiern sind wie drei Tage alte Erbsensuppe. Und auch so riechen. Auch die Ränge tun sich schwer mit dem Geglibber auf dem Feld. „Lasst uns den Ball ins Tor schreien“, brüllt der Vorsänger. Das mag als Strategie angehen, ins Tor schießen tun die Blauen den Ball ja nicht. Ins Tor schreien klappt auch nur so halb. Auch der Schrei von Block 3 „Kersken, mach‘ ihn von hinten rein!“ verhallt ungehört.

…der Gegner auf Fehler wartet…

Immerhin unkt niemand, dass Arminia das noch verömmelt. Da sind wir doch weiter als vor zwei Jahren – so’n Pokalfinale scheint was zu bewirken. Obwohl wir heute allen Grund zu Unkereien hätten, denn Arminia spielt wie Arminia vor zwei Jahren. Viel Einsatz, viel Mühe, aber es reicht ein Fehler, um das Ding herzuschenken. Münster weiß das…

…man selbst den Fehler dann auch macht…

…und will entsprechend handeln. Machen wir dann aber doch selbst.

SO verkackt man ein Derby!!

(Immerhin wissen wir und wissen hoffentlich auch die Blauen, wie man das nächste anstehende innerwestfälische Duell NICHT angehen sollte).

Fotos zum Spiel

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