Arminia gegen Vorwärts SpoHo Köln 4:1 – Abge(hin)rundet

Arminia gegen Vorwärts SpoHo Köln 4:1 – Rundumbeobachtungen von Jan-Hendrik Grotevent

Das Jubiläumsjahr der Blauinnen neigt sich dem Ende zu. Kaum hat man sich’s versehen und ist gefühlt gerade erst in Deutz gewesen, steht das letzte Heimspiel des Jahres 2025 an.

Arminia gegen Vorwärts

Das findet – eines Jubiläumsjahresabschlusses würdig – auf der Alm statt. 308 Zuschauer kommen auf die Westtribüne. Quasi eine doppelte Postheide. Schauen wir mal, wie das letzte Spiel des Jahres wird, nachdem das erste Spiel der Serie doch etwas neben der Schiene lief.

Guuuuut läuft’s! Gerade einmal vier Minuten sind gespielt, als Jana Leuchtmann sich im Mittelfeld den Ball erobert, Maß nimmt und das Spielgerät aus 20 Metern in den Knick schlenzt. Der Rundumbeobachter hat ja eine Abneigung gegen Fußballphrasen, aber: „Auftakt nach Maß“ hat selten so gut und mehrdeutig gepasst.

Eine frühe Führung beflügelt in der Regel das Spiel der Arminia- Frauen. Zum Beispiel gegen SpoHo Köln. Sowieso liegt dieser Gegner aus der Domstadt den Blauinnen, gerade zu Hause. Sechsmal kam das Team vom SV Vorwärts SpoHo Köln 98 (der Name passt auch auf keine Visitenkarte) bisher nach Bielefeld und verlor alle sechs Partien bei einer Tordifferenz von 6:31. Statistisch gesehen gibt es heute also ziemlich exakt ein 5:1 für die Blauinnen.

Wobei Statistik immer noch nichts über den stattfindenden Einzelfall sagt. Der stellt sich so dar: Arminia führt, überrollt den Gegner nicht, spielt aber mit der Sicherheit der Führung im Rücken. SpoHo stößt ab und an mal nach vorne vor. Die Gäste können sichtbar mehr, als sie zeigen, sind aber etwas zögerlich.

Das alles hat zur Folge, dass es über die nächsten zwei Dutzend Spielminuten relativ wenig zu erzählen gibt. Schauen wir uns auf der Tribüne um: Die doppelte Postheide ist leider keine zwölffache Postheide geworden, trotzdem sieht man viele neue Gesichter. Sehr schön! Kommt gerne auch zur einfachen Postheide und macht sie zu einer mehrfachen Postheide!

Der Rundumbeobachter hat ja eine Abneigung gegen Fußballphrasen, aber: „Das Spiel ist highlightarm“ und „wenigstens das Ergebnis stimmt“ und „es braucht ein Tor“ treffen auf das Spiel rund um die 30.Minute zu. Was wäre da besser als, sagen wir, ein Strafstoß? Und den gibt es in der 31. Minute. Na, was’n Glück. Soffes Thiemann schnappt sich die Kugel…

…2:0.

Das gibt Blauinnens noch mehr Sicherheit und Souveränität. Bisher noch nicht erwähnt wurde Top- Torjägerin Jocy Hampel. Die hat einen schweren Stand. Dass Jocy in dieser Spielzeit ganz besonders gut weiß, wo des Gegners Kiste ist, hat sich rumgesprochen. Gleich zu zweit wird sie angegangen, kommt sie an den Ball. Aber die Blauinnen sind heute einfach gut und so kommt mit dem Pausenpfiff ein Steilpass in den Kölner Strafraum und Jocy kann Jocysachen machen. 3:0, Saisontor Nr. 15 für Frau Hampel.

Halbzeit. Frage: Was ist das und warum liegt es auf dem Spielfeld rum? Die ganze erste Hälfte und die ganze Pause? Die teilweise Antwort: Schwerkraft.

Blauinnens sind also auf dem besten Weg, das statistische Soll von 5:1 zu erfüllen. Zumindest, was das Ergebnis betrifft. Spielerisch ist es kein Überfallkommando à la Heimspiel gegen Gladbach II. Aber den sicheren Ballstafetten und Laufwegen zuzusehen tut anders gut.

Und SpoHo muss man, wie übrigens auch in den statistischen 1:5- Gastspielen zuvor, anerkennend zugute halten, dass sie trotz eines aussichtslosen Zwischenstands nicht aufstecken und kämpfen. Nachdem die Blauinnen erstmal zwei gefährlich Standards verbuchen könne, haben die Gäste die erste fette Chance der zweiten Halbzeit: Nach einem Abspielfehler der Blauinnen trifft eine Kölnerin frei im Strafraum den Ball nicht richtig… hui…

Sowieso nimmt das Spiel jetzt Tempo auf. Die Kölnerinnen werfen jetzt mehr rein und auch die Blauinnen zeigen sich wieder vorne. Und SpoHo tut was für die Statistik: Dreiviertel des Spiels sind rum, als sich die Gäste über links bis an den Fünfmeterraum durchspielen und Tor- Lisa keine Chance lassen. 3:1.

Ein bisschen gibt es SpoHo Schub, aber nur ein bisschen. Es ist ein recht ausgeglichenes Spiel, als Bella (Wuckel: „Anna“) Jäger für eine Belebung des Spiels sorgt und den Jupinator aufs Feld schickt.

Um es vorweg zu nehmen: Weder Gegner noch Rasen noch sonstiges Inventar noch gegnerische Vereinsverantwortliche haben Schaden genommen. Im Gegenteil: Jupi, über die es mal hieß, das so lange trainiert wird, bis sie trifft (und als es soweit war, war das Flutlicht an), hat in den letzten Spielen das Toreschießen wiederentdeckt. Sowohl beim FSV Gütersloh als auch bei der Zweiten der SGS Essen hat Jupi eingenetzt. Heute schießt sie erstmal allein vor der Torfrau vorbei, um dann – wieder frei vor der Torfrau – den Ball elegant ins Tor zu heben. Erst Flutlicht beim Training, dann Torjubel. Jupiziert!

SpoHo hat noch das 4:2 auf dem Schlappen, verfehlt aber die Kiste. Die Blauinnen gewinnen Ihr letztes Heimspiel mit 4:1.

Ein würdiger Jahresabschluss und ein würdiger Abschluss der Hinrunde, der eigentlich kein Abschluss der Hinrunde sondern schon das zweite Spiel der Rückrunde ist. Arminias Frauen gehen mit ziemlich satten 31 Punkten in die Winterpause. Und falls jemand meckern möchte, dass die Mädels nicht Ihr statistisches Soll von 5:1 erfüllt haben: Die Heimbilanz gegen SpoHo Köln liegt nun bei sieben Siegen und 35:7 Toren. Und damit bei einem EXAKTEN Durchschnitt von 5:1.

Mehr Fotos

Für zeitloses Lesevergnügen ist die „Fußballfibel DSC Arminia Bielefeld“ empfohlen. Da stehen viele Lagerfeuergeschichten drin, auch über die Blauinnen. Die Fibel gibt es bei Thalia. Oder bei amazon. Oder im Fanladen. „90 Minuten Arminia“ habt Ihr schon…?

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