VfL Osnabrück – Hau ab zur ungeilen Sau!

Liebe Leserinnen und Leser,

die folgenden Ausführungen sind völlig ernst gemeint, bar jeglicher ironischen Überspitzung und entstammen dem Erfolgsneid eines Arminen auf jede andere Fußballmannschaft.

Es gibt Vereine, die haben überhaupt keine Lieder. Es gibt Vereine, die haben nichts außer dem branchenüblichen, belanglosen Pathos-Müll im Gesangbuch. Und es gibt den VfL Osnabrück.

Wo soll man da bloß anfangen? Bei „Wir sind alle ein Stück VfL Osnabrück“ oder „Wir sind der VfL – der VfL ist Osnabrück“ mit der bekannt armseligen Message, einen Club auf der Klippe zwischen Zweiter und Dritter Liga zu einem Aushängeschild einer Domstadt zu machen? Bei „Überall in Überzahl“, wo selbst Star Trek mehr Bezug zur Fußballrealität hat? Bei der Kinderhymne „Li und La“ – welche der beiden Filz-Gymnastikbälle ist „La“? Beim „Stadion Song“, wo man sich nicht traut, die Nummer überhaupt anzuclicken?

Neinneinneinneinnein, wir nehmen natürlich die absolute Konzentration, das poetische Meisterwerk!

Osnabrück, Du geile Sau

Fabian Von Wegen

Ich stehe hier im Regen und denke nur an Dich [Im Regen stehn passt ja schon mal]

Du hast Dich verändert ohne mich [Hamse Dich nicht mitgenommen?]

Dort ging ich zur Schule, erblickte das Licht der Welt [in dieser Reihenfolge?]

Doch dann hatt‘ ich ein Verhältnis mit Bielefeld [irgendwer muss es Dir ja beibringen]

Aber ich weiß, dass es so nicht weitergeht [stimmt, Bielefeld war gelangweilt]

Und ich hoff‘, ich komme nicht zu spät [uns doch egal]

Osnabrück, Du geile Sau, Osnabrücker kommt [Hast in Bielefeld gelernt, wie’s geht]

Werd nie vergessen, wo ich wohn‘ [besser so, könnte sonst peinlich werden]

Osnabrück, Du geile Sau, Osnabrücker kommt

Denn hier bin ich für Dich gebor’n [gut, dann lässt Du Bielefeld in Ruhe]

Wunderschöne Stunden hier im Stadion [hier?]

Da erzähl‘ ich heute noch davon [Ja, wir auch! Lass mal austauschen]

Und auch Deine Altstadt, die hat Niveau [das heißt?]

Und sogar ein beleuchtetes Klo […????!??!…ah ja]

Du hast alles, was ich zum Leben brauch‘ [den VfL und ein beleuchtetes Klo]

Und ein Schwimmbad, das hast Du auch [boooah…was’ne Metropole!]

Osnabrück, Du geile Sau…

Ich komm zurück, ich hoffe es ist Dir recht [Osnabrück so: „und Du bist…?“]

Im umliegenden Inland fühl‘ ich mich echt schlecht [Bielefeld so: „und Du bist…?“]

Osnabrück, Du geile Sau…

VfL Osnabrück, ungeile Sau

Kurz gelästert, jetzt ausführlich. Hinter Fabian von Wegen scheint ein zumindest halbwegs fähiges Management zu stecken, immerhin passt diesmal die Produktion. Das muss auch so sein, schließlich bezeichnet sich der Interpret selbst als „postmodernen Troubadour“ (nee, meint der ernst) und postet Bilder von sich in Miami. Mit der Attitüde gehört er ganz zweifellos irgendwo zwischen den Wendler und den Typen, der letztens bei der Ampeleinweihung in Wallenhorst-Rulle aufgetreten ist.

Postmoderne Troubadouren haben es so an sich, dass sie Beziehungen und Verhältnisse in tiefgründiger Kunst verarbeiten. Unser lila Protagonist steht nicht nur im Regen, weil man in Bielefeld UND Osnabrück meistens im Regen steht, nein, das ist ein Symbol für seine Stimmung (oder doch für die Erfolge des VfL?). Reumütig kehrt er aus einem Verhältnis mit Bielefeld nach Osnabrück zurück.

Der Osnabrücker kommt zurück zur geilen Sau, ein Prädikat, über das sich jede Stadt freut. Er wird nie vergessen, wo er wohnt. Eine lange Schwangerschaft wirkt sich erheblich auf die Sauerstoffversorgung des Babys aus. Und wenn Herr von und zu Wegen erst die Schule fertig macht und dann geboren wird, heißt das ja mindestens zehn Jahre Mutterleib. Und DAS Sauerstoffdefizit zieht sich durch den ganzen Song. Eigentlich kein Wunder, dass er stolz ist, sich seine Adresse merken zu können. Was sagt das eigentlich über die geile Osna-Sau aus, wenn so jemand „hier FÜR DICH gebor’n“ ist?

„Wunderschöne Stunden“ hat die pränatale Sonderschule im Stadion erlebt. Und erzählt davon heute noch. Hier zeigt sich wenigstens der positive Einfluss der Liaison mit Bielefeld- wir kriegen gern von schönen Stadionstunden in und mit Osnabrück erzählt. 0:4, Küntzel, Aufstieg 2013…

Aber die sauerstofffreie Schulbildung in utero setzt sich sofort wieder durch. Was macht das Niveau der Osnabrücker Altstadt aus? Ein beleuchtetes Klo. Zu doof, um im Dunkeln zu kotzen, der Junge.

Kein Wunder, dass der sich in Bielefeld, dem „umliegenden Inland“ „echt schlecht“ fühlt. Die Lilaweißen und ein Klo mit Lichtschalter sind alles, was der Toyboy zum Leben braucht – der ist hier am Teuto schlicht reizüberflutet und sowieso sauerstoffunterversorgt. Zeigt sich auch darin, dass er offensichtlich über ein Schwimmbad in einer 165.000-Einwohner-Stadt begeistert ist. Was der wohl macht, wenn er zum ersten Mal eine Bushaltestelle in Osnabrück entdeckt?

Na ja, wer zum beleuchten Klo, zum Schwimmbad und den schönen Stunden an der Bremer Brücke zurückkehren will…bitteschön. Ob es Osnabrück tatsächlich „recht“ ist, wenn er zurückkommt? Vielleicht fragt ihn die geile Sau mal nach dem westfälischen Frieden, dem Dom, der tatsächlich niveauvollen Altstadt mit einer sympathischen Café-Landschaft und den drei Schwimmbädern. Und erntet einen verständnislosen Blick. Und schickt den Herrn dann zum Istagramen nach Miami und wartet in aller Ruhe ab, bis der postmoderne Troubadour beim Springbreak auftritt und wegen Schlagers in der Öffentlichkeit für 50 Jahre weggesperrt wird.

VfL Osnabrück

Bleibt nur noch die Frage: Was hat Bielefeld geritten, sich mit dem auf ein Verhältnis einzulassen? Wieder mal nur den Namen „Fabian“ gehört und wieder mal wuschig geworden, wa!?

Hier gibt es das Lied zum Hören:

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