Bochum gegen Arminia 1:0 – Wie man ein Derby… ja, jetzt nicht unbedingt verkackt, aber…

Bochum gegen Arminia 1:0 – Daheimgebliebene Rundumbeobachtungen von Jan-Hendrik Grotevent

Arminia verliert das dritte Spiel und das zweite Derby (oder sowas Ähnliches) in Folge. Konnte man letzte Woche noch ohne großes Räsonieren von „Verkacken“ sprechen, ist es nach dem 0:1 in Bochum nicht ganz so einfach – so wie es gerade insgesamt nicht einfach ist.

Zunächst einmal: Die Blauen waren bissig, die Blauen standen hoch, die Blauen ließen den konterstarken VfL das ganze Spiel (bis auf eine Ausnahme, in der Kersken auf dem Posten ist) nicht in den Tritt kommen, die Blauen hatten mehr vom Spiel. Auch die Einstellung stimmt, aber das ist alles nichts Neues. Auch defensiv stand Arminia besser – wenn man unter „besser“ „ohne katastrophale und prompt bestrafte Aussetzer“ versteht.

Und dann erklärt mir der Berichterstatter im Stream noch, dass Arminia das gefährlichste Standardteam der Liga ist. Na schau, habe ich nicht gewusst und noch weniger gefühlt nach dem Gebolze letzte Woche. Und auch heute waren die Standards besser- wenn man unter „besser“ „kein Gebolze“ versteht.

Bochum gegen Arminia

Aber die Standards führten nicht zu Toren. Und das Spiel führte auch nicht zu Toren. Wir wollen nicht die Fahrradkette bemühen von wegen wenn die Dreiviertelchancen von Momuluh oder Mehlem oder Großer oder Felix reingehen, geht das anders aus… die Fahrradkette ist schon öfter vom Zahnrad weg gesprungen als Taddel bei Körperkontakt vom Rasen.

Und hier sind wir bei der aktuellen Herausforderung. Es gibt aus Bochum wie immer ebenso tolle wie überflüssige Zahlen, die Arminia als das überlegene Team darstellen – und die Zuschauerschaft wird es ähnlich gesehen haben. Aber es genügt nicht, heimlich das bessere Team zu sein. Es braucht Tore.

Und so genügte dem VfL ein Moment, für das Highlight des Spiels zu sorgen (und damit meine ich nicht den Ulli- Forte– Gedächtnis- Platzverweis für Simon Zoller). Und wenn man sich in 75 Minuten nicht an den Strafraum des Gegners gewöhnt hat, tut man das in der Schlussphase auch nicht mehr sondern sorgt allenfalls für ein paar „So doch nich‘, ey“- Momente bei den Zuguckern.

Aber es braucht mehr kreative Momente, mehr Ideen, mehr Effektivität vorne – wie wir das schonmal hatten und dringend wieder brauchen (ach ja, keine Abwehrfehler auch). Es stellen sich die Fragen, wie man einerseits Effektivität (wieder)herstellen kann, anderseits wie und ob man sich auf diese verlassen kann.

Und so hat man das Spiel im Bochum nicht im engeren Sinne verkackt, aber leider unangenehm folgerichtig verloren. Nicht einfach gerade. Aber auch nicht unmöglich, das umzudrehen.

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