BTSV gegen Arminia 3:3 – Das wichtigste Spiel der Saison

BTSV gegen Arminia – Daheimgebliebene Rundumbeobachtungen von Jan-Hendrik Grotevent

Manche (nun, eigentlich fast alle) Aussagen im Fußball sind subjektiv und liegen im Auge des Betrachters. So las man im schwarzweißblauen Umfeld vor dem Spiel Eintracht Braunschweig, kurz: BTSV gegen Arminia öfter, dass man gegen eine Mannschaft, die in der Rückrunde bisher nur drei Punkte geholt habe, ja wohl gewinnen müsse. Genau dasselbe können die Braunschweiger auch über den DSC sagen. Auge des Betrachters.

BTSV gegen Arminia

In diesem Auge liegt es auch, wenn man dem Kellerduell in der Löwenstadt im Vorfeld das Prädikat „wichtigstes Spiel der Saison“ verleiht. Ob das grundsätzlich ein schlaues Motivationsmittel im Druck des Abstiegskampfes ist, sei mal dahin gestellt. Aber gut, dann ist es als das „wichtigste Spiel der Saison“. Was hat denn das Auge des Rundumbeobachters alles „wichtiges“ am Bildschirm betrachten müssen, also:

Eintracht Braunschweig wird vom Bezahl-TV als abwartend eingeschätzt, Arminia muss also das Spiel machen. Aus anderen, wohl nicht ganz so wichtigen Spielen weiß ich, dass das eine furchtbare fußballerische Ödnis verspricht. Immerhin, dem war nicht so.

Siehe da: Die Blauen gehen nicht nur bissig zur Sache, sondern schießen auch in 20 Minuten (oder so) drei Tore! Da ist viel Glück dabei bzw. das Unglück von Jasmin Fejsic, aber so gewinnt man die wichtig(st)en Spiele. Und wenn Lasme und Ramos dann noch treffen, sieht es doch nach einem wichtigen Moment aus, Na ja. Dann sieht man, wie wichtig(st) die fehlenden Jäkel und vor allem Andrade für die schwarzweißblaue Hintermannschaft sind. Die ist neu aufgestellt und lässt birnige Gegentore zu. So verliert man die wichtig(st)en Spiele.

BTSV gegen Arminia

Man kann der Mannschaft zugute halten, dass die Körpersprache aufrecht bleibt. Allerdings kassieren sie dumme Tore und spätestens zur 80.Minute fragt sich das weinende Auge des Betrachters, wo das Aufbäumen, wo der Siegeswille bleibt. Ist doch wichtig, um das wichtigste Spiel der Saison zu gewinnen, oder? Ooooder??!

Jedenfalls stelle ich mir auch unter einer Taktik im wichtigsten Spiel der Saison etwas anderes vor, als dass ich Hüsing dafür lobe, wenn er und seine Mannschaftskameraden hinten den Ball auf die Tribüne und mal nicht zum Gegner drischt. Oder Ballstafetten und Dribblings, die bis in des Gegners Hälfte gut aussehen, dann aber in einem Stockfehler oder einem Stolperer enden.

Ein wichtiger Schlüsselspieler war auch nicht auszumachen. Das es bei einigen Arminen positive Ansätze gab (Bello, Consbruch, Vasiliadis) geht unter bei der Frage zu nahezu jedem Kicker, wie wichtig er überhaupt für die Mannschaft ist. Soll man Okugawa (Formtief) oder Theo (kaum zu beurteilen, aber irgendwie vielversprechend) für Hack (Formtief) bringen? Sind die jetzt alle „wichtig(st)“. Mittelfeldspieler Kanuric für Stürmer Lasme, wenn es gilt, das wichtigste Spiel der Saison zu gewinnen?

Das wichtigste am wichtigsten Spiel der Saison wäre ein wichtigster Matchplan gewesen. Man kann Arminia zugute halten, dass die Jungs ihren Stiefel runter gespielt haben. Fragt sich nur, was das für ein Stiefel war. Oder hätte sein können, wir sehen ja nur das, was passiert und nicht das, was hätte passieren sollen. So reiht sich Arminias Auftritt in Braunschweig in die vorherige Saison ein. Das 3:3 im wichtigsten Spiel der Saison ist ein Larifari-Ergebnis.

Ich ziehe daraus mal einen Schluss für die Restsaison: Defensiv ordentlich, aber mit spielentscheidenden trotteligen Momenten. Offensiv lebendig, aber nur mit Glück erfolgreich. Matchpläne, die vielleicht funktionieren, wenn Defensive und Offensive trottelige Momente weglassen und mit Glück ins Spiel kommen. Und zum Schluss ist eh alles für den Allerwertesten.

Wollen wir vielleicht gleich alle noch folgenden Spiele – wäre ja folgerichtig – für unwichtig erklären? Um nicht zu sagen „eh egal“? Also ich nicht!

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