Die Gesetze des Matsches – 1.FFC Recklinghausen gegen Arminia 0:0

1.FFC Recklinghausen gegen Arminia- Rundumbeobachtungen von Jan-Hendrik Grotevent

Halbzeit. Nee, eigentlich nicht Halbzeit. Aber wir kamen gerade aus Borchen und die Mantaplatte bei Recklinghausen gegen Arminia konnte nicht bis zur Pausenviertelstunde warten. Originell: Currywurst und Pommes Weiß sind hier nicht wie sonst nebeneinander, sondern übereinander angeordnet.

Recklinghausen gegen Arminia

Auch originell: Das Stadion Hohenhorst. Große Haupttribüne, massige Wälle, Ruhrpottcharme und die Erfrischungsbude mit der mehrstöckigen Mantaplatte hat ein „Open“-Leuchtschild. Der Stadionsprecher ist auch witzig. Hörproben: „Der Schiedsrichter ist Kalle Meier [oder so] und seine Assistenten sind…äh…“, „Ins Spiel kommt die Nummer Fünf Lea Bartling für …konnte ich nicht sehen, die Jacke war zu schnell an.“. Kommen wir nun aber zu den heute in Recklinghausen gültigen Spielregeln, den Gesetzen des Matsches.

Das erste Gesetz der Matsches: Die Bespielbarkeit eines Fußballfeldes liegt im Auge der Gutachter. Auch, wenn ein Drittel der Gutachter (Name: „—äh…“) an einer Seitenlinie entlang tanzen muss, die aussieht, als sei eine Panzerkette drübergewalzt. Wenigstens konnte er Abseits.

Das zweite Gesetz der Matsches: Matsch macht Torhüterinnen dreckig.

Das dritte Gesetz der Matsches: Matsch im Dezember sorgt für eine komische Atmosphäre. Gerade in einem großen Stadion. Und erst recht, wenn eine Einsatzstaffel Raben den Soundtrack dazu krächzt.

Das vierte Gesetz der Matsches: Draufkloppen, Stochern, kaum Kontrolle. Fußballspielen auf Matsch ist wie wenn Du einen Handwerkerlehrling auf Wish bestellst.

Das fünfte Gesetz der Matsches: Bei den Recklinghäuserinnen ahnt man bei ein paar öffnenden Pässen, dass sie eigentlich Fußballspielen können. Kommen halt nicht an, die Pässe. Matsch.

Das sechste Gesetz der Matsches: Bei den Blauinnen wissen wir, dass sie Fußballspielen können. Schnell, mit schnellen Stafetten. Ja, die funktionierten im Matsch genau so, wie Ihr Euch das gerade vorstellt.

Das siebte Gesetz der Matsches: Matsch begeistert. Tom Rerucha steht am Spielfeldrand und vergräbt das eine oder andere Mal das bemützte Gesicht in den behandschuhten Griffeln, so ergriffen ist der Mann ob der dargebotenen Performanz. JR (die für Giustina Ronzetti in der Startelf steht) schimpft wild vor sich, so bewegt ist die Frau von den spielerischen Möglichkeiten, die dieser Acker bietet.

Das achte Gesetz der Matsches: Wenn hier eine Entscheidung fällt, dann durch den Lucky Punch. Und das ist angesichts der spielerischen Fähigkeiten der Beteiligten Kickerinnen mehr als schade. Also, wenn es einen Lucky Punch gegeben hätte. Gab es aber nicht. Trotzdem ist Matsch nicht gerecht.

Das neunte Gesetz der Matsches: „Schreib den Zustand des Spielfeldes bitte unbedingt in Deinen Text. Das ist nicht regionalligatauglich!“. Bitteschön. Lag nahe.

Das zehnte Gesetz der Matsches: Das Spiel ist, sagen wir es mal nett: Arm an Highlights. Oder zerfahren. Oder halt matschig. Recklinghausen gegen Arminia ist ein Spiel ohne große Torchancen.

Das elfte Gesetz der Matsches: Gefährlichste Situation für Recklinghausen: Eine Ecke, die zufällig auf der Latte landet und dann von Lisa Venrath weggeguckt wird. Gefährlichste Situation für Arminia: Jocelyn Hampel rutscht um Zentimeter an einem verunglückten Torschuss vorbei. Niemand beneidet sie ums Rutschen.

Das zwölfte Gesetz der Matsches: Wir supporten trotzdem!

Das Wort des Tages ist „Toni Kroos“. Weil: Matschexperte since 2015

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