FC Bayern München – Schalllala mit 3x „l“

Liebe Leserinnen und Leser,

die folgenden Ausführungen sind völlig ernst gemeint, bar jeglicher ironischen Überspitzung und entstammen dem Erfolgsneid eines Arminen auf jede andere Fußballmannschaft.

Einen Ballsporthit des bajuwarischen Titelabonnenten im Rundumbeobachter-Sinn zu finden ist gar nicht so einfach. Die populären Songs rund um den FC Bayern sind dermaßen belanglos, dass die Lyrik von Mark Forster dagegen wie Goethe wirkt.

Nicht, dass da nicht auch die eine oder andere kommentierenswerte Zeile dabei wäre. Allein das inflationäre „Mia san mia“ könnte man herrlich mit einem anderen bayrischen Zeitgenossen kontern, dem wunderbaren Gerhard Polt: „Wers mia? I ned.“ Oder die Stadionhymne „Stern des Südens“ von Willy Astor (Warum, Willy, WARUM?), dort heißt es „FC Bayern, Deutscher Meister, ja so heißt er, mein Verein“ und man stellt fest, dass viele Kids im Bayern-Trikot wohl tatsächlich denken, im Mingner Schlauchboot würde der Verein „Deutscher Meister“ spielen – genau wie sie nicht „Bundeskanzler“ sondern nur „Merkel“ kennen.

Sonst erzählen die Bayernlieder nur vom ewigen Gewinnen, von ewigen Titeln, von der ewigen Nummer Eins. „Wie im wirklichen Leben“, würde der furchtbare Forster wohl schwärmen. Aber wir wollen einen Ballsporthit, ein musikalisches Erzeugnis, dass es uns so richtig osnabrückmäßig besorgt. Und so stolperte der Rundumbeobachter über einen Interpreten mit dem Namen „DJ Abschleppdienst“. Und bei dem Namen ist es fast klar, dass wir auf unsere Kosten kommen.

DJ Abschleppdienst – Aber dich gibt’s nur einmal für mich, Bayern

Es gibt viele Teams auf der Erde, die ich niemals anfeuern werde [Gut, soviel Zeit hat eh keiner]
Fussballstars auf dem Feld, gibt es viel auf der Welt

[mag sein, hab nicht gezählt]
Aber dich gibts nur einmal für mich

[bis jetzt wissen wir nur aus meinem Textintro, dass es um den FC Bayern geht…ich sag’s ja nur]

Jedes Kind will für dich einmal spielen

[meine Neffen nicht, da sorge ich für!]
will für dich tausend Tore erzielen

[bei 900 biste ein Loser]
Rot und Weiß hab ich immer gewollt

[dann geh nach Oberhausen]
denn nur dich, gibts nur einmal für mich

[*stur* Nur der RWO!]

Schon der Gedanke dass Bayern einmal verlieren könnt

[Schlimm, wohl wahr]
dass sich ein andres Team, deutscher Meister nennt

[Schlimmer, wohl wahrer]
der macht mich traurig weil du für mich die Erfüllung bist

[Du oder doch nur Deine Erfolge?]
was wär die Welt für mich, ohne dich – Bayern

[Die Welt ohne Dich ist Bayern?]

Schalllalalala Schalllalalalalalala [Schalllalala mit drei „l“]
Schalllalalala [Schalllalala…]
Schalllalalala [Schalllalala…*trommelt genervt mit den Fingern*]
Schalllalalala Schalllalalalalalala [*neeerv* SCHALLLALALALA!!!]
was wär die Welt für mich, ohne dich – Bayern

[DAS SELBE WIE FÜR MICH: B E S S E R !…hups…sorry, das war das viele Schalllala mit drei „l“]

Musikalisch macht das der Abschleppdienst recht interessant. Er kombiniert 1980er Jahre Rock-Pop mit den Melodien und dem Shuffle-Walzer der volkstümlich bayrischen Musik- Original Naabtal Duo mit Popper-Haarschnitt und Kajalstift, kann man mal machen.

Sparen wir uns die erste Strophe, die ist inhaltlich heiße Luft. Kein Mensch feuert alle Teams auf der Erde an oder macht sich die Mühe, alle Fußballstars zu zählen. „Dich gibt’s nur einmal für mich“ macht da auch kein „Wir gegen den Rest der Welt“ draus. Schon gar nicht zu diesem Spider Murphy Naabtal Beat.

Die zweite Strophe bedient ein altes FCB-Klischee. Wie haben wir damals bei Gastspielen der Münchner auf der Alm gesungen? „Bayern-Fans sind alle unter zehn“. Hundskrippen, de a Bayerntrikot drogn und olle mid an Lewandowski und sei dausend torn nervn, des kenma! Nur, wir sagen es nicht so. Das Klischee hält sich hartnäckig und geht den echten Bayernfans (die, die „Pfüäti“ und Servus“ sagen, wenn man sie irgendwo beim Groundhopping trifft) furchtbar auf die Nüsse. Abschleppdienst scheint auch zu dieser grassierenden Masse von Bayern-Eventies zu gehören, wenn er Rot und Weiß schon „immer gewollt“ hat. Dankschee fia desn Bärendeanst, Depp, dreckater.

Und der Refrain setzt dem dann die Krone auf. Abschleppo ist schon bei dem Gedanken traurig, dass Bayern verlieren könnte oder ein anderes Team Meister würde. Lass Dir eins gesagt sein: Verlieren und Titel vergeigen gehört zum Fußball dazu. Und das erzählt Dir nicht nur der leidgeprüfte Armine hier, sondern auch die echten Bayernfans, die „Pfüäti“ und Servus“ sagen, wenn man sie irgendwo beim Groundhopping trifft.

bayern

Und dann schmoassns Di in a Fass Woasswürschd.

Hier gibt es den Song zu hören.

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