Preußen Münster gegen Arminia 2:1 – Oberntorwall und Promenade

Preußen Münster gegen Arminia 2:1 – Daheimgebliebene Rundumbeobachtungen von Jan-Hendrik Grotevent

Das ist es also, das Derby Preußen Münster gegen Arminia zum Pflichtspielauftakt 2024. Auf der Baustelle an der Hammer Straße. Wo die alte, so wunderbar ranzige Gästekurve offenbar umgebaut wird und aus Gründen der Diskretion mit einem schwarzgrünen Kunstwerk verhängt ist. Weiß man, dass die dort beworbene Ingolstädter Autofiliale beide Derbyrivalen sponsert? Mal so als Derbyrivale gefragt..

Wenn wir schon von Bauwerken reden- der Oberntorwall war mal die westliche Bielefelder Stadtbefestigung, also Richtung Münster. Dort verschanzte man sich gegen eventuelle Angriffe und verließ das sichere Gemäuer nur selten für eigene Entdeckungstouren. In Münster heißt die ehemalige Stadtbesfestigung heute Promenade. Dort verschanzte man sich gegen eventuelle… Ihr habt das Bild verstanden.

Und werdet auch gemerkt haben, dass es ein Bild für die ersten 30 Minuten des Spiels ist. Der Oberntorwall steht immerhin recht sicher, es gibt einen Pfostenschuss. Die Promenade steht sicher, es gibt ein paar Einzelaktionen. Nüchterner beschreibt es der Mensch bei Magenta- TV: „Die Mannschaften neutralisieren sich.“ (mein Bild finde ich cooler). Dass es einen Elfer für das erste Tor braucht, liegt dabei auf der Hand.

Der Oberntorwall ist auf 5-3-2 gebaut, trotz der nominell recht offensiven Startelf bei Arminia. In diese haben es auch die beiden Neuzugänge geschafft. Corboz zeigt sich engagiert, sein Stempel ist noch nicht fett zu sehen, kann aber durchaus noch kommen. Taddel Momuluh ist der auffälligste Akteur Arminias. In ganz viele Richtungen. Läuferisch und Kämpferisch. Mit einer dämlichen Schwalbe. Mit einem Pfostenschuss. Zweimal knapp den Abstauber verpasst. Ein Ballverlust, der einen Konter einleitet. Mit einer Prise Kreativität und einer Prise Wahnsinn. An dem haben wir noch Freude. Zumindest aber Unterhaltung.

Aber leider reicht einer nicht, um ein Spiel zu gewinnen. Denn leider ist Arminia viel zu sehr auf die Walltaktik fixiert. Das zeigt sich trotz technischer Überlegenheit sowohl nach dem Ausgleich als auch nach dem Rückstand. Die ganze zweite Halbzeit lang fragt sich der schwarzweißblaue Stream- Gucker, was man denn hinsichtlich eines (immer möglichen) Derby- Dreiers zu tun gedenke.

Und dann bekommt man keine Antwort. Im Gegenteil. Preußen Münster spielt mit der Geradlinigkeit, die man sich vom DSC gewünscht hätte. Arminias Spiel nach vorne erinnert doch sehr an das Handballmatch der ach so Bad Boys gestern gegen Österreich: Umständlich, mit Stockfehlern, statisch. Wall halt.

Und der Wall ist dann doch zweimal löchrig. Promenade heißt es in Münster und Promenade steht Arminia bei den Gegentoren. Beim 2:1 kommen die Preußen zwar mit Wucht, trotzdem wirkte die schwarzweißblaue Defensive so, als müsse sie „zweiter Ball“ erst bei Wikipedia nachgucken. Und beim Ausgleich kommt ein Steckpass durch die Zentrale, gefühlt durch 200 Bielefelder Beine. Und der Gegenspieler des Torschützen Kyerewaa zeigt sich so angriffslustig und beweglich wie eine Parkbank auf der Promenade an der Aegidistraße.

Preußen Münster gegen Arminia

Ich hatte ja gehofft, dass bräsige Abwehrleistungen der Kategorie 2023 angehören. Nun muss ich wohl eine neue Kategorie einführen: „Gegentor wie üblich“. Wird uns wohl noch weiter beschäftigen. Ebenso wie die Hoffnung, dass die Kategorien „Doch noch ein 2:2 draus machen“ und „Für Punkte kämpfen“ eben nicht dem letzten Jahr und der Vergangenheit angehören.

Mal schauen, was gegen Ulm so wird, wir sehen uns am Mittwoch.

Preußen Münster gegen Arminia

Dritte Liga gibt es auch in der „Fußballfibel DSC Arminia Bielefeld“. Muss ja. Obwohl…gab da schon ein paar nette Lagerfeuergeschichten. Das Buch gibt es bei Thalia. Oder bei amazon. Oder im Fanladen. „90 Minuten Arminia“ habt Ihr schon…?

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