Magdeburg gegen Arminia 4:0 – Wie lang stirbt Hoffnung eigentlich!? (I)

Magdeburg gegen Arminia 4:0 – Daheimgebliebene Rundumbeobachtungen von Jan-Hendrik Grotevent

Magdeburg gegen Arminia. Das mindestens erste von maximal drei Spielen um den Klassenerhalt. Und was haben wir nicht spekuliert und gerechnet.

Auf eine wacklige Lizenz des Doch-nicht-so-Big City Clubs setzen. Auf Hansa Rostock verlassen. Na toll. Darauf vertrauen, dass Paderborn die versprochene Schützenhilfe leistet (spricht’s und rüpelt sich auf Malle in die Zelle). Zwei Mannschaften vor uns, von denen mindestens eine nicht gewinnen darf…so schlecht sieht das doch gar nicht…das ist doch eigentlich…das ist (wie schon im Wochenkalender geschrieben) völlig egal, wenn die Blauen nicht beim FCM gewinnen.

Magdeburg gegen Arminia

Na ja, und dafür hat sich Arminia in keiner Spielsekunde angeboten. Dass Braunschweig in Unterzahl spielt, dass es in Paderborn 0:0 steht…ein lumpiges Tor in den ersten 30 Minuten, und der Tag hätte vielleicht einen anderen Verlauf genommen. Tatsächlich aber spielt es überhaupt keine Rolle, dass bei Magdeburg jemand in der Kiste steht, bei dem sie an der Kasse noch den Ausweis verlangen.

1:0 für Nürnberg in Paderborn, der Zwischenstand in Rostock passt aber noch. Aber wir wollen ja auf unsere Arminia schauen. Wer das tat, brüllte zwar öfter „Jetzt macht was ORDENTLICHES“ in Richtung Bildschirm, blieb aber ungehört. Denn die schwarzweißblauen Offensivbemühungen waren, wie der Bezahl-TV-Mensch durchaus hübsch allegorisierte, „bestenfalls gehaucht“. Hat er recht, selbst gerülpste Angriffsbemühungen wären mehr gewesen.

Magdeburg gegen Arminia

Und defensiv? Schon in der fünften Minute schauen acht Arminen im eigenen Strafraum zu, wie die Magdeburger sich durchwuseln. Zwei Minuten später sind es sechs. Wieder hat Bezahl-TV-Mensch einen Vergleich: „Sie operieren nicht nahe am Gegner“. „Operieren“ kommt vom lateinischen Wort „operare“, was so viel heißt wie „arbeiten, sich abmühen“. Und hier ist der Vergleich doch etwas strapaziert. Beim 0:1 stehen vier Abwehrspieler Spalier, beim 0:3 sind es neun im eigenen Sechzehner, beim 4:0 sieben. Und das hat wenig mit „operieren“ zu tun, eher mit dem, was wir vom 1:1 der Paderborner letzte Woche kennen oder von zahlreichen anderen Gegentoren zuvor.

Dass Klos den Elfmeter zum 2:0 verursacht, nehmen wir mal symbolisch: Der Fußballgott hilft nach einer Ecke hinten aus, reiht sich aber in die operative Ausrichtung der gesamten Arminia ein. Dass es zur Halbzeit 2:0 steht, geht völlig in Ordnung.

So geht man mit deutlich gedämpftem Enthusiasmus in die zweite Halbzeit mit der Frage, wie Arminia denn nun das Fußballwunder mit drei Toren bewerkstelligen soll (denn die hätten gereicht…echt jetzt…). Die Frage wird schnell gestrichen. Defensiv…siehe oben. Offensiv ist es, wieder Zitat Bezahl-TV-Mensch, ein „Gruselkabinett“. Treffer, Bingo, passt. Der erste Arminia-Schuss auf die Kiste in der 60. Minute. Der zweite in der 65.Minute. Beide Hack, nur dass wir es erwähnt haben. Der Rest der schwarzweißblauen Offensiv-Operationen fällt, wie schon in den zwei Spieldritteln zuvor, in die Kategorie „Was soll das werden, wenn es fertig ist“. Der Rest vom Spiel ist kollektives Köpfe hängen lassen. Auf dem Platz, neben dem Platz, auf den Stadionrängen und an den Geräten zu Hause.

Magdeburg gegen Arminia

Rostock hat mitgespielt, schön. Paderborn nicht. Hertha wird sich die Lizenz schon irgendwie zurechtkungeln. Aber das ist alles egal, wir müssen auf uns schauen. Und was wir da sehen, ist mit Blick auf die anstehenden Relegationsspiele gegen Wehen Wiesbaden alles andere als schön. Aber damit befassen wir uns mal unter der Woche. Die Frage, wie lang Hoffnung braucht, um zu sterben, wird uns ja zwangsläufig weiter beschäftigen.

Eine Menge peinlicher Auftritte werden auch in der „Fußballfibel DSC Arminia Bielefeld“ behandelt. Gab da einige Lagerfeuergeschichten. Das Buch gibt es bei Thalia. Oder bei amazon. Oder im Fanladen. „90 Minuten Arminia“ habt Ihr schon…?

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